DRUCKFEHLER
Schadhafte Ventile oder fehlende Ventilkappen koennen unter Umstaenden fatale Folgen haben.
Kleine Ursache, grosse Wirkung, das gilt auch fuer Reifen, wie folgendes Beispiel zeigt. Ein Reifenhaendler schickte ein Foto zum Reifenhersteller, auf dem eine demolierte Sportmaschine abgebildet war – die Folge eines Reifenplatzers auf der Autobahn kurz nach der Montage des neuen Pneus. Doch das Foto entlarvte den Reifenmonteur, denn darauf war zu erkennen, dass er die Dichtkappe auf dem Ventil vergessen hatte.Eine kleine Unaufmerksamkeit mit ueblen Konsequenzen. Ohne das Kaeppchen kann sich das Ventil bei hoher Geschwindikeit wegen der Fliehkraefte oeffnen, so dass Luft langsam entweicht. Der Reifen ueberhitzt und platzt schliesslich. Die funktionsweise eines Reifenventils ist simpel: Ein federbelasteter Teller drueckt eine Gummidichtung gegen den Ventilkoerper. Durch Druecken auf den duennen Stift, der in der Mitte herausragt, kann das Ventil von aussen geoffnet werden. Fuer die Montage in Felgen gibt es Ventile in kurzen und langen Versionen, aus Metall zum Verschrauben oder mit Gummifuss zum Einstecken. In Schlauechen sind die langen Ventile eingebaut. Bei schnellen Motorraedern sollten prinzipiell kurze Ventile verwendet werden, da die langen bei hohen Geschwindikeiten durch Fliehkreafte seitlich wegknicken und am Sitz undicht werden koennen. Aber auch kurze Ventile bewegen sich immer ein bisschen, so dass die Abdichtung zur Felge allmaehlich schlechter wird. Daher die kompletten Ventile beim Reifenwechsel stets erneuern.
Bei den eingeschraubten Ventileinsaetzen unterscheidet man ebenfalls zwischen kurzen und langen Versionen. Die langen Einsaetze erforden auch einen langen Ventilkoerper, die kurzen sind die moderneren, ein paar Pfennige teureren und fuer alle Ventilkoerper passenden Varianten. Das selbsttaetige Oeffnen infolge der Fliehkraft passiert bei kurzen Ventilen in einem Reifen mit 2,9 bar Druck rechnerisch erst bei Fahrgeschwindigkeiten ueber 300 km/h, bei langen hingegen bereits bei unter 250 km/h.
Dies gilt jedoch nur theorethisch, denn in der Praxis koennen Stoesse, erschlaffte Federn oder geringerer Reifenluftdruck zum oeffnen bei deitlich geringeren Geschwindigkeiten, ja, sogar schon unter 200 km/h fuehren.
Eine Dichtkappe gehoert immer auf das Ventil. Am besten sind robuste Kappen aus Stahl, die grundsaetzlich innen einen Dichtring haben. Bei den Kunststoffversionen muss man genau hinschauen: Manche sind reine Staubschutzkappen und verzichten ebenso wie einige Zierkappen aus dem Zubehoerhandel auf den wichtigen Gummiring. Plastikkappen duerfen nicht zu fest geschraubt werden, da sie sonst moeglicherweise Risse bekommen. Ich empfehle Euch deshalb, aus diesen Gruenden, bei schnellen Maschinen immer Ventilkappen aus Stahl zu verwenden.
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